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Osteuropäer können ab dem 01.05.2011 einen Arbeitsplatz in ganz Europa annehmen. Für folgende Länder wurde der Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt geöffnet: Tschechische Republik, Slowakei, Polen, Slowenien, Ungarn, Estland, Litauen und Lettland. Ab 2014 wird dies voraussichtlich auch für Bulgarien und Rumänien gelten.

Bisher war für die Beschäftigung einer osteuropäischen Pflegekraft eine Arbeitserlaubnis erforderlich die an zahlreiche Voraussetzungen geknüft war. Nun kann jeder Haushalt eine Pflegekraft aus den genannten EU-Staaten direkt über die Bundesagentur für Arbeit  einstellen und beschäftigen. Legal ist das aber nur mit Lohnsteuerkarte, Arbeitsvertrag und Sozialversicherung. Zu beachten ist ferner, dass in der Pflegebranche ein Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde gilt. Neben diesen Grundvoraussetzungen sollten Sie als Arbeitgeber unbedingt folgende Details beachten:

 

Arbeitsvertrag:der Arbeitsvertrag sollte in deutscher Sprache und ggf. in der Sprache des Herkunftslandes der Pflegekraft ausgearbeitet sein. Bezüglich der inhaltlichen Regelungen ( Arbeitszeit, Urlaubsanspruch, Vergütung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsfristen ) sollten Sie einen Rechtsanwalt konsultieren, weil hier zahlreiche arbeitsrechtliche Mindestnormen zu beachten sind. Da die Pflegekraft in den meisten Fällen mit im Haushalt lebt, ist eine Besuchsregelung von Verwandten, Angehörigen etc. dringend zu empfehlen. Außerdem sind einzelne Aspekte wie Kost und Logis, Telefonnutzung sowie Reisekostenerstattung unmissverständlich zu regeln.

 

Meldeverfahren zur Sozialversicherung: als Arbeitgeber müssen Sie gemäß SGB VI die Meldungen zur Sozialversicherung erstatten. Hierzu benötigen Sie eine Betriebsnummer ! Ausserdem muss die Pflegekraft beim örtlichen Einwohnermeldeamt angemeldet werden.

 

Lohnsteuer: als Arbeitgeber müssen Sie die Lohnsteuer abführen und dafür sorgen, dass eine Lohnsteueridentifikationsnummer vergeben wird.

 

Krankenversicherung: achten Sie unbedingt darauf, dass zu Arbeitsbeginn Krankenversicherungsschutz besteht. Hierzu müssen Sie vorab Ihre Pflegekraft bei einer Krankenkasse anmelden.

 

Unfallversicherung: die Unfallversicherung ist über die zuständige Berufsgenossenschaft gewährleistet. Auch hier müssen Sie als Arbeitgeber Meldung machen.

 

Haftpflichtversicherung: sie ist zwar nicht vorgeschrieben, aber unbedingt empfehlenswert, weil bei der beruflichen Tätigkeit sowohl Personen als auch Sachschäden auftreten können. Beispielsweise wird nach einem Unfallgeschehen ( Bp.Sturz ) von den Kassen regelmäßig geprüft ob ein Verschulden der Pflegekraft vorliegt. In diesen Fällen trägt die Kasse die Behandlungskosten nicht.

 

Ärztliche Untersuchung / Impfungen: vor Abschluss des Arbeitsvertrages sollte ein ärztliches Attest, dass die gesundheitliche Eignung für die in Aussicht genommene Tätigkeit bescheinigt, vorgelegt werden. Das Attest sollte auch bescheinigen, dass keine ansteckenden Infektionskrankheiten ( Tbc, Hepatitis etc. ) bestehen. Ferner sollte zum Schutz der ArbeitnehmerIn ein ausreichender Impfschutz ( Hepatitis ) bestehen.

 

Auswahlkriterien: sichten Sie vor Abschluss eines Arbeitsvertrages sorfältig folgende Unterlagen: Zeugnisse, Referenzen, Lebenslauf, pol. Führungszeugnis. Prüfen Sie anhand dieser Unterlagen, ob die Qualifikation für die in Aussicht genommene Tätigkeit ausreicht.

 

Vertretungsregelung: denken Sie daran, dass bei einem Ausfall der Pflegekraft ( Urlaub, Freizeit, Arbeitsunfähigkeit ) für eine Vertretung gesorgt werden muss.

 

 

In den Medien wird die Beschäftigung ausländischer Pflegekräfte oft als einfache, kostengünstige Lösung dargestellt. Tatsächlich werden Sie dadurch zum Arbeitgeber und unterliegen damit zahlreichen Pflichten. Lassen Sie sich durch einen Rechtsanwalt bzw. Steuerberater unterstützen. Dies ist im Falle des Meldeverfahrens zur Sozialversicherung ohnehin erforderlich, da die Daten im Regelfall über Datenträgeraustausch übermittelt werden müssen. Bedenken Sie bitte, dass Sie als Arbeitgeber noch vielerlei weiteren Verpflichtungen unterliegen.

Die erhoffte Entlastung durch eine selbstbeschaffte Pflegekraft kann so unter Umständen zur Belastung werden. Prüfen Sie deshalb, ob Sie über genügend  Zeit und Energie verfügen, um sich laufend um die Organisation, die Aufsicht und  auch um Ihre Fürsorgepflicht zu kümmern. Erteilen Sie ihrer  Pflegerin niemals eine Bankvollmacht. Siehe hier:  http://www.pz-news.de/forum/showthread.php?13676-94-jÀhrige-Seniorin-bezahlt-ihr-Vertrauen-teuer

Diese Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll nur einen ersten Überblick bieten !