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Fakt ist: In Deutschland gibt es wenige kassenzugelassene und zertifizierte Pflegedienste, die eine sog. Rund um die Uhr Pflege, also betreutes Wohnen zu Hause überregional anbieten.

Der Wunsch fast eines jeden Menschen ist es, im Alter oder bei Krankheit sein Leben zu Hause zu verbringen. Viele verbinden mit dem Gedanken an ein Alten- oder Pflegeheim einen negativen Einschnitt in ihrem Leben. Kinder wollen ihren Eltern eine Einweisung in ein Alten-oder Pflegeheim ersparen, kennen aber keine Alternativen. Zuerst wird dann im Internet recherchiert wo man dann auch bei Eingabe in der Suchmaschine unter dem Stichwort 24h Pflege oder Rund um die Uhr Pflege auf hunderte von Anbietern trifft. Bei genauerem Studium der Pflegeanbieter (meist aus Osteuropa aber auch Deutschland) kommen dann langsam Zweifel an der Seriosität der Vermittler auf. Oft variieren die Preise nach den geforderten Deutschkenntnissen. So kostet eine angebliche Pflegekraft mit guten Deutschkenntnissen gleich ein paar Hunderter mehr. Wichtige Sachverhalte wie Haftpflichtversicherung, nötige Impfungen sowie regelmäßige ärztliche Untersuchungen des Personals sind hier leider nicht zu finden. Speziell bei einer Rund um die Uhr Pflege sind die Anforderungen an das Pflegepersonal aber besonders hoch. Neben profunden Fachkenntnissen ist kommunikative Kompetenz unbedingt erforderlich. Ausserdem bedarf es einer ständigen flankierenden Betreuung durch Pflegefachkräfte.

Bei Zugrundelegung dieser Prämissen spürt der Suchende meist instinktiv die Diskrepanz zwischen Angebot und Bedarf. Gesteigert wird dieses Unbehagen noch nach einem Blick in das Impressum der Anbieter. Oft sind es nämlich Agenturen oder Vermittler, die von Pflege nicht die geringste Ahnung haben, aber am boomenden Seniorenmarkt mit der Rund um die Uhr Pflege verdienen wollen. Die neueste Masche dieser Anbieter: Sie bieten Franchising an; d.h. Sie wollen gegen Gebühr Partneragenturen gegen Gebietsschutz vergeben  („Franchising ist ein auf Partnerschaft basierendes Absatzsystem mit dem Ziel der Verkaufsförderung.." ) oder, um sich einen Anstrich von Seriösität zu geben, gründen Sie Berufsverbände, Interessensgemeinschaften oder sog. Allianzen. Eine andere besonders beliebte Masche ist es, dem Kunden eine gewisse Firmengröße vorzugaukeln. So wirbt z.B. ein berliner Unternehmen  es sei Partner von Krankenhäusern in der gesamten Bundesrepublik. Schaut man sich allerdings unter www.unternehmenregister.de die "traurigen" Bilanzen dieses Unternehmens an, wird schnell klar, dass es sich hier scheinbar um einen sog. Blender handelt.  Andere werben mit dem Siegel der Stiftung Warentest, die im Mai 2009 Vermittlungsagenturen getestet hat. Leider geben diese Agenturen dann nur die besten Bewertungsnoten z.B. im Bereich "Kundenservice" preis. Sieht man sich die Testergebnisse dann aber genauer unter http://www.test.de/themen/bildung-soziales/test/Pflege-zu-Hause-Vermittlungsagenturen-im-Test-1772650-1774894/ an, erhält man ein ganz anderes Bild. Rechtlich bedenkliche Aussagen fanden die Prüfer bei allen getesteten Vermittlungsagenturen. Hinzu kommt, daß seit 2010 ein gesetzlicher Mindestlohn gilt. Einen interessanten Beitrag zum Thema finden Sie auch hier:http://www.beobachter.ch/dossiers/altenpflege/artikel/pflegenotstand_pflegen-fuer-einen-hungerlohn/
Eine Kontrolle, wie z.B. durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen, die regelmäßig zugelassene Pflegedienste überprüft, gibt es bei solchen Anbietern nicht.  Das Risiko, an einen unseriösen Anbieter zu geraten, bleibt beim Kunden. Kein Wunder also, daß immer mehr Pflegebedürftige und deren Angehörige eine Betreuung durch hiesiges Pesonal bevorzugen. Bei einem hiesigen Pflegedienst, der möglichst Vertragspartner aller Pflegekassen sein sollte, kann man sicher sein, daß es nicht zu unliebsamen Überraschungen kommt. Weiterer Vorteil: der Kunde tritt nicht als Arbeitgeber auf und er trägt auch nicht das Risiko im Falle einer Scheinselbstständigkeit mit hohen Nachforderungen (Sozialversicherungsbeiträge und Steuern ) konfrontiert zu werden. Außerdem gilt ab dem 1. August 2010 ein Mindestlohn für die Pflegebranche. Ein Urteil in 2016 des Bundesarbeitsgerichtes hat z.B. bestätigt, daß Bereitschaftszeiten, also Zeiten über die die Betreuungskraft nicht frei Verfügen kann, mit dem Mindestlohn vergütet werden müßen.  Deshalb drohen gegebenenfalls auch hier hohe Nachforderungen. Bei einem solchen Konstrukt machen Sie sich erpressbar. In mehreren Fällen wurden Kunden durch Pflegehilfen denunziert, weil diese mit den Arbeitsbedingungen in der Rund um die Uhr Pflege unzufrieden waren. Aus all diesen Gründen ist es unabdingbar, aus der Vielzahl der Angebote einen seriösen Anbieter zu wählen, der möglichst über einen Versorgungsvertrag mit den Kassen verfügen sollte. Vorteil: diese Anbieter können mit der Kasse auch die sogenannte Pflegesachleistung für erbrachte Rund um die Uhr Pflege abrechnen und werden außerdem regelmäßig vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen überprüft. Da ein Versorgungsvertrag mit den Kassen die Erfüllung bestimmter Qualitätskriterien voraussetzt, garantieren diese Pflegedienste ein entsprechendes Qualitätsniveau.  

 

Aktualisiert am 19.12.2016