Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Inzwischen hat sich die Pflegeversicherung als 4. Säule unseres Sozialversicherungsystems etabliert.

Allerdings sind die Leistungen der Pflegeversicherung gedeckelt. Leistungen werden nur nach Antragstellung und Prüfung gewährt. Bei Pflegebedürftigkeit muss deshalb zunächst ein formloser Antrag auf Einstufung nach dem Pflegeversicherungsgesetz gestellt werden. Die Pflegekasse nennt Ihnen dann einen Termin, an dem ein Gutachter den Umfang des Hilfebedarfs durch persönliche Begutachtung beurteilt. Circa 1-3 Wochen nach der Begutachtung erhalten Sie dann einen schriftlichen Bescheid  welche Pflegestufe zuerkannt wird. Wichtig: die Leistungsgewährung erfolgt rückwirkend ab Antragstellung und nicht etwa erst ab dem Termin der Begutachtung oder des Bescheides!

Nach welchen Kriterien die Gutachter vorgehen, können Sie unter:    

            http://www.mdk.de  nachlesen.

Bei häuslicher Pflege werden die Sach- und Geldleistungen in der Pflegeversicherung nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit gestaffelt. Sachleistungen und Pflegegeld können auch kombiniert in Anspruch genommen werden. Sachleistungen können nur durch einen zugelassenen Pflegedienst mit Versorgungsvertrag abgerechnet werden.

Die Sachleistungen zur Pflege umfassen einen Gesamtwert:

  • Pflegestufe 0: 231 EUR       
  • in Pflegestufe I für erheblich Pflegebedürftige: bis zu 468 EUR monatlich    689 Euro*
  • in Pflegestufe II für Schwerpflegebedürftige: bis zu 1.144  EUR monatlich 1.298 Euro*         
  • in Pflegestufe III für Schwerstpflegebedürftige: bis zu 1.612 EUR monatlich

       

  • in besonderen Härtefällen: bis zu 1.995 EUR monatlich

        

Das Pflegegeld, das anstelle der Sachleistungen gezahlt werden kann, beträgt:

  • in Pflegestufe I:  244 EUR monatlich  316 Euro*
  • in Pflegestufe II: 458 EUR monatlich  545 Euro*
  • in Pflegestufe III:728 EUR monatlich

        Ab 01.01.2015 728 EUR 

* mit Demenz

Bei eingeschränkter
Alltagskompetenz /Pflegestufe 0 (Zusätzliche Betreuungsleistungen). Auf der Grundlage einer dauerhaften und regelmäßigen Schädigung und abhängig von der pers. Pflegesituation beträgt der Leistungsbetrag max. 204,00 €/Monat. Auch hier gab es mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz ab 2013 Änderungen. Ab diesem Zeitpunkt erhielten Menschen mit einer eingeschränkten Alltagskompetenz mit der Pflegestufe 0 225 Euro Pflegesachleistung oder 120 Euro Pflegegeld. Ab 2015 erhöhten sich diese Beträge auf 231 bzw. 123 Euro.
 
In der privaten Pflegeversicherung tritt an die Stelle der Sachleistung eine Kostenerstattung, die der Höhe nach den Leistungen der sozialen Pflegeversicherung entspricht.

Seit dem 01.01.2016 erhalten Versicherte unter bestimmten Voraussetungen Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe. Die sog. Übergangspflege. Eine Leistung der Krankenkasse.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der von Ihnen gewählte Pflegedienst sollte Sie in allen Fragen zum Einstufungsverfahren beratend unterstützen und gegebenenfalls beim Begutachtungstermin anwesend sein.
Schließlich sollte er als zugelassener Pflegedienst, die Pflegesachleistung mit der Pflegekasse auch bei einer Rund um die Uhr Pflege abrechnen können.

Die Pflegeversicherung und Umbaumaßnahmen an Haus oder Wohnung
:
manchmal ist es Notwendig bauliche Veränderungen im Wohnbereich des Pflegebedürftigen durchzuführen.
Für Maßnahmen die der Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegeversicherten dienen, bekommen Pflegeversicherte einen Zuschuss. Die Wohnraumanpassung soll die häusliche Pflege erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen. Ziel ist es, eine möglichst eigenständige Lebensführung des Pflegebedürftigen zu ermöglichen, zu erhalten oder wieder herzustellen und eine Überforderung der Pflegepersonen zu verhindern. Häufige Umbaumaßnahmen sind z.B.: Ein-und Umbau von Mobilar, Türverbreiterungen, Entfernen von Türschwellen oder Rampen, Installationen von Wasseranschlüssen, Badumbauten ( Dusche statt Badewanne), Einbau von Treppenliften etc.. 

Für diese Umbaumaßnahmen werden auf Antrag bei der Pflegekasse Zuschüsse von bis zu 2.557,00 Euro je Maßnahme gewährt. Auch diese Zuschüsse wurden ab 2015 auf bis zu 4.000,00 Euro erhöht.   Die Eigenbeteiligung beträgt 10 % der Kosten der Maßnahme, allerdings höchstens 50 % der monatlichen Bruttoeinnahmen des Pflegebedürftigen. Die Pflegekassen haben dazu Empfehlungen zu den Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes erlassen. Bei mehreren zusammen wohnenden Anspruchsberechtigten erhöhte sich 2015 die Leistung von 10.228,00 Euro auf bis zu 16.000 Euro.

Bitte beachten Sie : Vor Beginn einer Umbaumaßnahme mit der Pflegekasse sprechen und erst die Bewilligung Ihrer Anträge abwarten!

 

Pflegehilfsmittel bezuschusst die Pflegekasse nach Bedarf und Genehmigung (bis zu 40 Euro monatlich). Unter Pflegehilfsmittel werden u.a. Geräte und Sachmittel verstanden, die für die häusliche Pflege notwendig sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuerungen durch das Pflegestärkungsgesetz, gültig ab dem 01.01.2017. Aus Pflegestufen werden Pflegegrade.

 Versicherte die bereits über eine Einstufung verfügen, bzw. dieses Jahr (2016) noch einen Antrag auf Einstufung stellen.

 

  1. bei denen das Vorliegen einer Pflegestufe in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung oder einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz in der bis zum 31. Dezember 2016 geltenden Fassung festgestellt worden ist, und
  2. bei denen spätestens am 31. Dezember 2016 alle Voraussetzungen für einen Anspruch auf eine regelmäßig wiederkehrende Leistung der Pflegeversicherung vorliegen,

 

werden ohne erneute Antragstellung und ohne erneute Begutachtung mit Wirkung zum 1. Januar 2017 einem Pflegegrad zugeordnet. Dabei gelten die folgenden Zuordnungsregelungen:

 

Pflegestufe ohne eingeschränkte Alltagskompetenz
a) von Pflegestufe I in den Pflegegrad 2,
b) von Pflegestufe II in den Pflegegrad 3,
c) von Pflegestufe III in den Pflegegrad 4 sowie
d) von Pflegestufe III, soweit die Voraussetzungen für einen Härtefall vorliegen in den Pflegegrad 5

 

Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz
a) ohne gleichzeitige Pflegestufe = Pflegegrad 2,
b) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe I = Pflegegrad 3,
c) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe II = Pflegegrad 4,
d) bei gleichzeitigem Vorliegen der Pflegestufe III ohne oder mit Härtefall = Pflegegrad 5

 

Hier die wichtigsten Änderungen ab 01.01.2017 im Detail:

Pflegegeld

Tabelle der Pflegegeldleistungen 2016 und die Änderungen ab 01.01.2017Tabelle der Pflegegeldleistungen 2016 und die Änderungen ab 01.01.2017

 

 

Pflegesachleistung (Leistungen die von einem zugelssenen Pflegedienst erbracht werden)

 Pflegesachleistung 2017. Leistungen der PflegekassePflegesachleistung 2017. Leistungen der Pflegekasse

 

 

Aktualisiert am 19.12.2016